Glückliches Kaninchen

Fütterung

Um verschiedenen Krankheiten vorzubeugen, sollte die Fütterung optimiert werden: Kaninchen sollten ausreichend Rohfaser aufnehmen (Heu), Frischfutter haben und nur wenig energiereiche Futtermittel (Trockenfutter ) bekommen. Eine rohfaserreiche Fütterung dient dem Zahnabrieb, der Beschäftigung der Tiere, beugt Übergewicht und Verdauungsprobleme vor.

Wildkaninchen ernähren sich überwiegend von Wildgräsern und -kräutern sowie Wurzeln und Rinde, also von einer sehr kargen und faserreichen Nahrung. Aufgrund eines großen Blinddarmes, der als Gärkammer dient, können aus dieser Nahrung alle benötigten Nährstoffe hergestellt werden. Hingegen führen größere Mengen an Kohlenhydraten, wie sie in Getreide und Getreideprodukten enthalten sind, zu Verdauungsstörungen, Gewichtszunahme und häufig zu einem knetartigen Kot. Oftmals können sich die Tiere dann nicht mehr selbstständig putzen und es kommt zu massiven Kotverklebungen am Anus, die nur schwer zu entfernen sind, zur Wundbildung führen können oder auch Fliegen anziehen.

Kaninchen besitzen lebenslang nachwachsende Schneide- und Backenzähne - nur durch starke Kauaktivität kann eine ausreichende Abnutzung erfolgen. Die Kaninchen nehmen normalerweise über den Tag verteilt viele kleine Futterportionen auf; dies dient auch noch dazu, den Futterbrei durch den Verdauungskanal zu transporieren. Zuviel Trockenfutter sättigt schnell, die Kauaktivität nimmt ab und es kommt zu Zahn- und Verdauungsproblemen.

Generell sollte im Sommer das Wiesenfutter den Hauptanteil der Ernährung stellen, im Winter Heu. Grundsätzlich sollte im Frühjahr der Wechsel zum Wiesenfutter langsam erfolgen, damit durch das sehr eiweißhaltige Frischfutter keine Verdauungsprobleme entstehen. Zuerst beginnt man damit, den Tieren Nachmittags eine kleine Menge Frischfutter ( ein halbe "Handvoll") anzubieten und dies steigert man langsam und gleichmäßig über einen Zeitraum von 4 Wochen.

Die optimale Ration besteht aus:

Heu: sollte qualitativ hochwertig sein und muss immer unbegrenzt zur Verfügung stehen. Im Winter dient es zumeist als Hauptnahrung. Wünschenswert wäre es, wenn unterschiedliche Heusorten vermischt werden.

Frischfutter: sollte 2 x tgl. angeboten werden:

  • strukturiertes Grünfutter (1/2 - 2/3 der Ration ):
    im Sommer:   z.B. Gras, Kräuter, Löwenzahn, Wiesengrün, Pflanzentriebe, auch Blätter verschiedener Bäume und Büsche eignen sich, z.B. Ahorn,            Obstbaumblätter, Birke,Heidelbeere, Brombeere, Johannisbeere, Maisblätter (keine   Kolben), Weinrebe oder Haselnuss ( keine Nüsse)
  • Gemüse (eignet sich vorallem im Winter): empfehlenswert sind vorallem die   Blätter von heimischen Sorten an dunklem Blattgemüse: Wirsing, Spinat, Endivien, Mangold, Rucola, Chicoree, Sellerie, Fenchel, Brokkoli,   Karottengrün; die Wurzeln und Knollen sind eher ungeeignet, da sie auch (als Speicherorgan der Pflanze ) sehr viel Energie enthalten z.B. Möhre, Sellerieknolle, Pastinake, Petersilienwurzel
  • Obst (sollte nicht regelmäßig gegeben werden), z.B. Apfel oder Birne in kleinen Mengen
  • Salate, z.B. Endivien, Feldsalat, Rucola

Nagematerial: Äste von ungespritzten Obstbäumen, Haselnuss, Weide oder Birke

Wasser:  immer zugänglich, am besten im Napf angeboten

Kraftfutter/ getreidehaltiges Futter: Generell sollten Sie auf alle Getreideprodukte (handelsübliches Trockenfutter, Körner, Brot, Knabberstangen) verzichten -  geht dies nicht, dann sollte pelletiertes Alleinfutter ( max. 1 Esslöffel/ kg Körpergewicht am Tag)  bzw. getreidefreies Futter angeboten werden. Bitte auch auf Joghurtdrops oder ähnliche Leckerlis verzichten, diese enthalten zuviel Zucker.

Bei Tieren in Außenhaltung kann über die Wintermonate, in denen eine höhere Energiezufuhr erforderlich ist, eine Mischung aus verschiedenen Trockengemüsen (z.B. Möhre, Rote Beete, Brokkoli, Sellerie) gefüttert werden.

 

 

Haltung

Kaninchen sollten nie alleine gehalten werden, da sie in freier Wildbahn immer in Kolonien leben. Sie sollten immer mindestens ein Partnerkaninchen haben und nicht als Ersatz mit anderen Arten ( z.B. Meerschweinchen) zusammengehalten werden.

Kaninchen haben einen großen Bewegungsdrang und es nicht artgerecht sie hauptsächlich in einem Käfig zu halten und sie täglich nur für einige Stunden laufen zu lassen. Optimal wäre es, wenn sie ständigen Freilauf haben können. In der Regel sind die handelsüblichen Kaninchenkäfige zu klein. Der Käfig sollte den Tieren die Möglichkeit für mindestens 3 Hoppelsprünge bieten und auch die Höhe sollte ein Aufstellen auf den Hinterbeinen ermöglichen.

Bei Kaninchen in Wohnungshaltung sollte pro Tier mindestens 2 m², bei Außenhaltung 3m² angeboten werden - zusätzlich sollte noch Freilauf angeboten werden, am besten abends, da die Hauptaktivitätszeit der Tiere in den Dämmerungsphasen und der Nacht stattfindet. Ideal sind somit deutlich größere Gehege oder ganze Zimmer, in denen sich die Kaninchen frei bewegen können.

Der Lebensraum der Tiere sollte möglichst abwechslungsreich und interessant gestaltet werden, da Kaninchen sehr neugierig und aufgeweckt sind. Anregend können Verstecke sein (Holzhäuser, Weidenbrücken, Röhren), aber auch Buddelkisten mit Erde oder Sand und größere Äste dienen zusätzlicher Beschäftigung.

 

Interessante Links:               

www.diebrain.de                   

www.kaninchenhilfe.com