Kastration von weiblichen Kaninchen

Beim weiblichen Kaninchen  ist eine Kastration empfehlenswert, da es häufig zu hormonell bedingten Erkrankungen der Gebärmutter kommt.

Bei jungen Tieren kann schon eine Gewebeveränderung im frühen Alter auftreten (endometriale Hyperplasie), beim älteren Tier kommt es häufiger zu Tumorerkrankungen der Gebärmutter, aber auch zur Ansammlung von Blut, Eiter oder Flüssigkeit ( Hämo-, Pyo- oder Hydrometra). Die Kastration umfasst die Entfernung der Eierstöcke und je nach Alter des Tieres bzw. Aussehen der Gebärmutter auch deren Entfernung. Sie sollte im frühen Alter erfolgen, und kann ab einem Alter von 4 Monaten durchgeführt werden.

Bei weiblichen Kaninchen wird der Eisprung durch äußere Berührungsreize ausgelöst, beispielsweise durch das Bespringen durch ein Partnertier, aber auch durch Streicheln über den Rücken. Häufig folgt dem Eisprung dann eine Scheinträchtigkeit,  die 16 - 19 Tage andauern kann. Betroffene Tiere beginnen oftmals die Haare am Bauch auszuzupfen (Nestbauverhalten), die Zitzen schwellen an und sie können aggressiv und beissfreudig werden. Durch den übermäßigen Hormoneinfluss  kommt es häufig zu einer Verdickung der Gebärmutterschleimhaut, aus der sich im Laufe der Zeit eine tumoröse Veränderung entwickeln kann oder auch zur Flüssigkeitsansammlung im Organ führen kann.


Da die Erkrankungen der Gebärmutter (mit Ausnahme der seltenen Vereiterung) zunächst nicht zu Beschwerden führen, bleiben sie oft lange Zeit unentdeckt oder werden eher zufällig bei einer Untersuchung entdeckt. Oftmals führt erst eine massiv vergrößerte Gebärmutter zur Störung des Allgemeinbefindens, indem sie andere Organe verdrängt und deren Funktion beinträchtigt.
Hauptsächlich neigen weibliche, unkastrierte Kaninchen ab einem Alter von ca. 4 Jahren zu Veränderungen  bzw.  bösartigenTumoren der Gebärmutter (zumeist Adenokarzinome).

Ältere Kaninchendamen können auch Gesäugetumore (Mammakarzinome) entwickeln, die sehr oft bösartig sind und in die Lunge metastasieren können. Betroffene Tiere sind häufig  "hypersexuell" : neigen immer wieder zur Scheinträchtigkeit, sind oft aggressiv, markieren ihr Revier durch Herumspritzen von Urin oder Bespringen ständig die Partnertiere.

Die prophylaktische Kastration ist empfehlenswert bei "hypersexuellen "  Kaninchen, die wiederkehrende Scheinträchtigkeiten haben,  aggressiv sind oder Partnertiere bedrängen. Sie kann vor diversen Erkrankungen vorbeugen:
- Gebärmutterkrebs
- andere Erkrankungen der Gebärmutter (Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut oder eitrige bzw. blutige Veränderungen)
- Erkrankungen des Gesäuges (Tumore, Entzündungen)
- Scheinträchtigkeit
- aggressives Verhalten wird gemindert